"30 Jahre wfk" (2002)
Künstlerische Forschungsarbeit

Rossi Trauth
Exemplarischer künstlerischer Forschungsgang in Konfrontation mit einem Werk des synthetischen Kubisten Georges Braque
Bei der Analyse der Arbeit von Georges Braque stellte ich die Frage, ob der Künstler wohl das Ende mit dem Anfang verknüpfen wollte?!
Die Helligkeit in der Dunkelheit?
Die Dunkelheit in der Helligkeit?
Bei der Erforschung des kompositorischen und farblichen Gehalts kreisten meine Gedanken und Ergebnisse um Weiß, Grau
und Schwarz, deren Portrait und Bedeutungsgehalt ich eingehend beleuchtete. Danach entstanden zahlreiche Proben zu Weiß, Grau und Schwarz und Studien zur eigenen Arbeit.
Analyse der eigenen Arbeit
Das Format der eigenen Arbeit fällt durch sein extremes Hoch-format auf; extreme Höhe zur minimalen Breite. Die Grundfläche ist mittig geteilt und stellt einen Bezug zu Braques Arbeit her.
Zieht man eine Linie zwischen den beiden Beziehungsklang-bestandteilen, sowohl Oberkante zu Oberkante als auch Unterkante zu Unterkante, entsteht eine Positiv- und Negativlinie.
Durch die unterschiedlichen Grautönungen, die Schwarz und Weiß zusammenführen, die blaustichigen Grautönungen (kaltes Grau) der Beziehungsklangbestandteile in der linken und rechten Bildhälfte mit scheinbar unterschiedlichen Helligkeitswerten - aus einem komplementären Farbenpaar gemischt -, wird eine besondere Farb- und Klangqualität (Transzendenz) erzeugt.
Der Duktusverlauf der weißen und der grauen Bildhälfte weist
zur Bildmitte.
Ähnlichkeiten zu Braques Arbeit bestehen in dem extremen Format sowie in der Teilung der Grundfläche.
Vielleicht wäre noch die Farbe Violett und Gelb, die ich zusammen mit Indigoblau zu einem Grauton verband, zu nennen.
Weiß, Grau und Schwarz werden von Anbeginn der Menschheitsgeschichte überragende Bedeutung zugemessen. Sie verkörpern Licht und Finsternis - die großen menschheitsbewegenden Gegen-sätze überhaupt. Die Polarität ist Sinnbild für ihr Wechselspiel.
Wir leben stets in diesem Spannungsfeld.
Rossi Trauth (Vorklasse)
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