"30 Jahre wfk" (2002)
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Künstlerische Forschungsarbeit
Marlen Labus
Marion Haas
Gunther Schmigalle
Rossi Trauth
Karsten Wolff
Künstlerische Forschung fragt nicht nach dem „Was?“, sondern nach dem „Wie?“. Es geht nicht um den Gegenstand selbst, sondern immer um seine neuartige Interpretation.
Künstlerisches Arbeiten setzt eine intensive Auseinandersetzung mit entdeckten und aufgeworfenen Problemkreisen kunstgeschichtlicher Entwicklungsetappen voraus. Der sensible Geist durchforstet den kunstgeschichtlichen Arbeitsstand und erspürt formale Probleme, die ihn intensiv beschäftigen. Sie beschäftigen ihn aber auch nur deswegen, weil sie in ihm vergleichbare Bedeutungsdimensionen anrühren, die einer klärenden Bearbeitung harren. Der kreative Lösungsversuch des Problems, den der Künstler anstrebt, ist damit immer zugleich ein Lösungsversuch eines inneren subjektiven Antriebs und beinhaltet eine Entfaltung der künstlerischen Persönlichkeit.
Die folgenden fünf exemplarisch vorgestellten Arbeiten sollen verdeutlichen, dass bereits von Anfang an, also mit Eintritt in die Vorklasse der wfk, ein individuelles bildnerisches Forschen angeregt wird. Die Schüler sollen sich aktiv mit der Kunstgeschichte auseinandersetzen, ihre Ergebnisse nicht einfach als gegebene hinnehmen, sondern sie umkreisen, problematisieren, individuelle Lösungen entwickeln. Dabei aktivieren sie das Spektrum an Kenntnissen und Fertigkeiten, die sie im Rahmen des Semesterstudiums erlangen.
Bei den fünf präsentierten exemplarischen künstlerischen Forschungsarbeiten lag diese Aufgabenstellung zugrunde:
„Das Alte und Bekannte wird zum Neuen und Unbekannten“
„Sie wählen ein Werk der Kunstgeschichte, das Ihrem gewählten Fachbereich entspricht (Malerei, Zeichnung, Fotografie). Bitte führen Sie eine exakte Analyse (Charakterbestimmung) des Werkes aus, ohne dass Sie zuvor irgendwelche Kunstäußerungen dem Werke gegenüber konsultieren. Versuchen Sie über zahlreiche Kompositionsstudien das Werk zu „begreifen“. Kommen Sie dann allmählich an einen Punkt, an dem eine Kehrtwende eintritt: Sie entfernen sich immer mehr von dem Ausgangswerk, indem Sie Ideen schöpfen, um Ihr eigenes Werk zu schaffen, das sich einerseits am Alten und Bekannten orientiert, aber andererseits dieses radikal hinter sich lässt. Vollziehen Sie technische Übungen, die Sie auf diesem Wege begleiten sollen. Am Ende der Aufgabe steht ein eigenständiges Werk.“
Marlen Labus
Marion Haas
Gunther Schmigalle
Rossi Trauth
Karsten Wolff
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