Fernstudium Semantisierungsschule

Das Studium der Kunstgeschichte (an der wfk speziell und exklusiv der objektiven Werkanalyse oder Semantisierungsschule) dient einem bestimmten Zweck: Es möchte Ihnen eine wissenschaftlich-künstlerische Methode auf der Grundlage vieler konzentrierter Übungen und theoretischer Unterlegungen an die Hand geben, die Sie mit der Zeit in die Lage versetzen soll, bildnerisch-künstlerische Ausdrucksgestalten wie Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Filme, Plastiken aus ihrem inneren semantischen Kern heraus über die intensive hermeneutische Ausdeutung ihrer Formgebung sachhaltig und tiefgründig zu begreifen und in ihrer Gelungenheit zu bestimmen. Die Semantisierungsschule ist eine Schule des Sehens und Deutens des Gesehenen. Sie wappnet Sie vor Fehlurteilen und lässt Sie weit über den Tellerrand einer bloßen Geschmacksurteil bedingten Haltung gegenüber potentiellen Bildungsträgern hinausblicken. Sie werden die Erfahrung machen, dass es sich lohnt, genau hinzusehen und innere, verborgene, quasi „unsichtbare“, aber ungemein wirksame Zusammenhänge zwischen ästhetischen Konstellationen zu erkennen. Bilder haben viel zu sagen, wenn Sie sich ihnen gegenüber öffnen und ihre wesentliche Struktur offen legen.

Entscheidend ist, ein Verfahren des Denkens zum Einsatz zu bringen, das in der Lage ist, die Sache selbst zum Sprechen zu bringen. Im Rahmen der Semantisierungsschule werden die methodischen Voraussetzungen dazu geschaffen. Der Analytiker versteht sich sodann als Sprachrohr für die Sache selbst.

Die Semantisierungsschule geht weit über eine bloße Beschreibung des Sichtbaren hinaus. Vielmehr geht es darum, die aktiven inneren Kräfte, die in einem Werk wirksam sind, in ihrer sinnlichen Bedeutung auszuleuchten. Ansatzpunkt bildet die formale Struktur des Werkes, also seine Komposition.

Dass dies überhaupt möglich ist, dass also verlässliche, nachvollziehbare Qualitätsurteile gegenüber einer bildnerischen Ausdrucksgestalt ausgesprochen werden können, soll durch die Semantisierungsschule bewiesen und praktisch ausgetestet werden. Die Grundüberzeugung besteht darin, dass jedes ästhetische Gebilde, sei es gelungen oder nicht, gesetzmäßig strukturiert ist. Darüber hinaus besteht die Überzeugung, dass der Betrachter / Analytiker in der Lage ist, die gesetzesbestimmte Struktur zu „lesen“ und in ihrer Qualität zu bestimmen. Es kommt darauf an, die interne Struktur des Werkes zu untersuchen und zu semantisieren, also den sinnlich-sinnvollen oder sinnlosen Sinn herauszulösen, um ihn zu verstehen und zu bewerten.

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Die Semantisierungsschule arbeitet sich von einfachsten Übungen zu komplexen Deutungsprojekten voran. An vielen Fallbeispielen, z.B. an herausgelösten, isoliert betrachteten ästhetischen Gebilden und deren Konstellation zu anderen innerhalb eines bildnerischen Werkes, wird das intensive Vorgehen der hermeneutischen Methode in seinem anspruchsvollen Ablauf erläutert. Dabei wird die Vorgehensweise der Bedeutungsdechiffrierung nicht der zu deutenden Sache von außen - im Sinne einer immergleichen Methodik - aufgepfropft, sondern von ihrer internen Struktur selbst vorgegeben. Die zu deutende Sache wird als eine unhintergehbare Autorität gesehen, und die Einweisung in die Anforderungen der hermeneutischen Methode befasst sich mit der Frage, wie der Autorität der Sache entsprochen werden kann - was der Analytiker beachten muss, um den Strukturkern der Sache nicht zu verfehlen.

Vor allem muss der angehende Analytiker lernen, sich selbst vor der Sache zu disziplinieren. Er muss mit dem Anspruch aufwarten, die Sache in ihrem ganzen Wesen auszuschöpfen, sie von allen möglichen Seiten zu beleuchten, um auf diese Weise ihre Einbindung in den gesamten Kontext ausdeuten zu können. An jeder Sequenzstelle der Analyse ist eine Methodisierung des gesunden Menschenverstandes gefragt. Das Denken wird als ein Bewegungsvorgang verstanden, der sich an die Bewegungsgesetzlichkeit der Sache anschmiegen muss, um diese begreifen zu können.

Die Wahrnehmung von ästhetischen Gebilden kann in ihrer Sachhaltigkeit getrübt sein. Die Semantisierungsschule entlarvt die Mechanismen, die eine offene, sachhaltige Konfrontation des Analytikers mit der Sache verhindern. Auf diese Weise wird das Bewusstsein für eingeschliffene, verzerrte Gewohnheiten und kulturindustrielle Überformungen des Sehens und Denkens geschärft.

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Anmeldung

Das Studium der Semantisierungsschule läuft strukturell gesehen parallel zu den Bedingungen des „normalen“ Fern-Studiums der wfk. Anmeldung jederzeit möglich! E-Mail-Korrespondenz ist anzuraten.

Anmeldebogen (bitte ausgefüllt per Post an: wfk, Friedrichstr. 7, 65185 Wiesbaden)

1. Semester: 420,- Euro (Vertrag befristet 6monatige Nutzung)
2. Semester: 399,- Euro (Vertrag befristet 6monatige Nutzung)
3. Semester: 361,- Euro (Vertrag befristet 6monatige Nutzung)
4. Semester: 299,- Euro (Vertrag befristet 6monatige Nutzung)
5. Semester: 249,- Euro (Vertrag befristet 6monatige Nutzung)
6. Semester: 199,- Euro (Vertrag befristet 6monatige Nutzung)

Wird eine Verlängerung der Dauer des Semesters gewünscht, kann nach Ablauf der 6 Monate monatsweise verlängert werden: Zu zahlen wäre dabei der sechste Teil der entsprechenden Semestergebühr.


Beratung und Auskunft am Mi, 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr, Mi, 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr, Do, 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung.

Wiesbadener Freie Kunstschule (wfk), Friedrichstr. 7,
65185 Wiesbaden, Tel.: 0611/ 59 86 87.
E-Mail-Adresse: info@w-f-k.de

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