Achtung: Diese Veranstaltung mit Wolfgang Becker kann leider nicht mehr angeboten werden. Sie haben allerdings die Möglichkeit, hochspannende Filme früherer Monatsseminare, geführt von W. Becker, auf DVD zu bestellen. Bitte kontaktieren Sie uns dazu über wfkunstschule@aol.com
Monatsseminar mit Wolfgang Becker
Die wfk veranstaltet unter Leitung von Wolfgang Becker (Gründer und damal. Leiter der wfk) jeden Monat (hessische Ferienzeiten ausgenommen) ein hochinteressantes Sonderseminar. Es handelt sich um eine autonome Veranstaltung, die für Leute geeignet ist, die den Kontakt zur wfk intensivieren wollen. Nach Beckers lehrreicher Manier werden wichtige kunsttheoretische Konzepte vorgestellt, Studienergebnisse der Teilnehmer intensiv diskutiert und über einen zu vereinbarenden Zeitraum hinweg betreut.
Intensive Bildbesprechungen, interessante Streitgespräche, individuelle Beratungen, wichtige Zitate von bedeutenden Künstlerkollegen und Kunstwissenschaftlern, anregungsreich gewürzt mit überzeugenden Motivationsargumenten zugunsten eines anspruchsvollen künstlerischen Arbeitens liefern dem Teilnehmer handfeste Kriterien künstlerischer Beurteilung und Ausbildung.
Das Seminar findet im Wechsel im Atelier Biebrich (bei Katzenelnbogen, Limburg) und in der wfk selbst statt.
Eine Anmeldung sollte telefonisch, per E-Mail oder persönlich im Sekretariat vor Veranstaltungsbeginn erfolgen.
Interessenten, die nicht im regulären Studienprogramm eingeschrieben sind, bezahlen pro Veranstaltung 25,- Euro, wfk-Schüler bezahlen 15,- Euro. Die Zahlung erfolgt per Überweisung auf untenstehendes Konto oder per Barzahlung im Sekretariat.
Erfahrungsbericht zum Monatsseminar bei Wolfgang Becker
Momentaufnahme mit kurzer Belichtungszeit....Atelierbesuch Wolfgang Becker 14.4.2008, von Sylvia v. BernstorffNach kurvenreicher Fahrt und anregender Unterhaltung im Auto mit den wfk-Kolleginnen kamen wir an der umgebauten Scheune, im Atelier und Wohnreich von W. Becker und seiner Ehefrau an. Einer Scheune mit kleinen Mitteln ungewöhnlich zum Lebensraum umgebaut. Es empfängt uns herzlich und Pfeife rauchend Wolfgang Becker, der ehemalige Schulleiter und Begründer der Wiesbadener Freien Kunstschule. Bereits im Eingangsbereich fallen die Kunstwerke auf. Im hinteren Bereich alles voller Grünpflanzen. Ich meine einen Wintergarten erspähen zu können.
Er bittet uns die Treppen hinauf in sein Atelier, nein, - es ist viel mehr - es ist sein Wirkungsraum. Dort hängen vorwiegend seine Werke an der Wand, kein anderer Künstler findet hier Wandkapazität. Ein großer Konferenztisch, an dem wir Schüler später alle Platz nehmen sollen, steht vor uns. Man erspäht eine Vielzahl von Malproben, Entwürfe von Schülern, Pinsel etc. eine große, alte Orgel in der vorderen, linken Ecke des Raumes. Eine schöne schwarze Chaise Long gleich links neben der Tür, auf dem ein schwarzer Panther ruht.....
Er führt uns in den Nebenraum, dort hängen weitere Kunstwerke von ihm. Eine Bücher-Glas-Vitrine mit Kunstbüchern, ein Klavier, ein rötliches Tüchlein schützt die Klaviatur vor Staub, Noten von Bach zieren den Notenhalter. Ich weiß nicht genau, was dominiert: seine Leidenschaft für die Kunst oder für die Musik – ich hätte ihn gerne spielen hören. Das Prunkstück in diesem Raum ist der sehr große, wunderschöne, weiße Kachelofen. Auch in diesem Raum ein großer Tisch, an dem mindestens 6 Personen Platz finden. Beide Räume wirken wie konstruiert, die Tische fordern gleich auf zum Zusammenkommen, zum Reden, zum Austauschen, zum Diskutieren, zum Erfassen.
Wir nehmen alle Platz. Es geht los. Er fragt uns Neulinge, in welchem Semester wir sind und was wir bereits gelernt haben. Wir antworten brav.
Auf dem Tisch sind eine Vielzahl Buntpapiere in verschiedenen Blautönen für uns arrangiert. Wir sprechen über die Farbwirkung, über die Veränderung von Farbe in Interaktion mit anderen Farben. Man spürt, dass es ihm Spaß macht, uns seine Gedanken, sein Wissen weiter zu geben. Seine Gedankengänge sind so komplex, dass er von einem Thema zum anderen schweift. Das macht es so schwer, im Einzelnen wiederzugeben, was gesagt wurde. Doch das Fachliche können wir seinen Schriften und dem Unterrichtsmaterial entnehmen.
Viel wichtiger an diesem Abend war vielmehr die Sinneserfahrung, will meinen, dass Sinne geöffnet wurden, um das anregende, aufregende der Kunst zu erfahren und zu erfassen, sowohl in seiner Stofflichkeit und Form, als auch als Intellektualität, man sieht, hört zu, denkt mit, folgt, erfasst und meint gleich Erkenntnisse zu gewinnen.
Seine im Laufe der Jahre selbstgeschriebenen Notizen und Textsammlungen sind der Versuch, den verschiedenen Themen wie Farbe und Kunst, vor allem den Empfindungen, die diese Themen hervorrufen, sprachlich Ausdruck zu verleihen. Er lässt uns daran teilhaben. Präziser hab ich es bisher selten gehört. Er springt in die Vergangenheit und zurück in die Gegenwart, er will sich mitteilen, will so viel wie nur möglich uns Schülern erzählen, weitergeben, als wäre dieses Treffen unser Letztes.
Seine Standpunkte sind nicht immer die meinen. Dennoch: alles was er sagt, sagt er entschieden, klar formuliert, mit Leidenschaft für das Thema und mit großer Überzeugung, ja man könnte fast sagen, mit einer gewissen Radikalität. Er lebt das, woran er glaubt, mit voller Konsequenz. Bedingungslos.
Genau das ist es, was er von jedem verlangt, der sich mit diesem Thema ernsthaft auseinander setzen und es verstehen will.
Nachwirkung:
Auf der Rückfahrt mit meinen lieben wfk-Kolleginnen gab es noch reichlich Gesprächsstoff, angeregt durch das Atelier-Erlebnis. Wir haben jede Sekunde ausgenutzt, um uns mitzuteilen, einiges ging durcheinander, mal zustimmend, mal kontrovers, jeder wollte etwas sagen, sich mitteilen. Ein schönes Erlebnis. So muss es sein.
Um schlafen zu können, habe ich zwei große Tassen warmen Kakao trinken müssen, so sehr waren meine Sinnesantennen gereizt, von Müdigkeit erst mal keine Spur. Zufrieden schlummerte ich irgendwann ein.
Am nächsten Morgen klang noch einiges nach. Ich nahm mir mein Notizblock und schrieb Milchkaffee schlürfend meine Erinnerung an diesen Abend auf. Alle Nerven waren noch freigelegt, das schaffen nur Menschen, die mir aus der Seele sprechen, sollte dies Wolfgang Becker gelungen sein? Ich muss zugeben, während ich diese Notizen schrieb, sind mir ohne Dramatik, aber unaufhörlich die Tränen geflossen. Das hatte schon etwas so Skurriles, dass ich lachen musste. Sollte es WB wirklich geschafft haben, Empfindungskanäle frei zupusten? Ja, ich glaube, genau das ist die Frucht dieses Abends.
Diese Sensibilität und darauf folgende Empfindungen zu kanalisieren und mit Hilfe künstlerischer Sprache zum Ausdruck zu bringen wird wohl eine Lebensaufgabe sein: wie wir gestern gehört haben, reicht dafür ein Leben leider nicht aus.
Trotzdem: WEITERMACHEN!
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Caissa Engelke, Stuttgart
Guten Morgen, Herr Becker,
ich freue mich, dass ich gestern den weiten Weg auf mich genommen habe und beim Monatsseminar anwesend war. Ich kann nicht sagen, dass es eine Überraschung für mich war, weil ich mich schon intensiv mit Ihrer Webseite beschäftigt hatte und den Auszügen aus den Lektionen, die Sie mir freundlicherweise zukommen ließen. Von daher war ich mit den Prinzipien und den Zielen Ihres Unterrichts vertraut. Es war jedoch u.a. eine riesen Bestätigung für mich, dass ich mich, obwohl autodidaktisch angeeignet, wenigstens handwerklich bereits auf dem richtigen Weg befinde. Dass ich viel zu arbeiten habe, was Komposition und Farbe betrifft, schreckt mich nicht – im Gegenteil – geistig kremple ich schon die Ärmel hoch. Die Begeisterung von Wolfgang Becker springt noch immer über, wenn er von „Besessenheit“, sogar „Verbissenheit“ (die eigentlich in unserer relaxten Gegenwart bei vielen out ist) und seinen Visionen erzählt. Genau diese Art des Schaffens habe ich auch schon mehrfach bei mir erleben können – und es ist, wie er sagt – so erfüllend wie sonst kaum etwas auf der Welt!!! Ich hätte ihn gern als jungen Mann erlebt – ich hätte vielleicht (da auch jünger und unbelasteter) beruflich alles hingeworfen und wäre einen anderen Weg gegangen. Ja, hätte... – aber jetzt möchte ich den Standard, den mir meine Berufstätigkeit ermöglicht, auch nicht mehr missen. Er gibt mir auch die nötige Entspannung und Sicherheit, mich wieder, nach fast 30 Jahren Pause, mit Malerei beschäftigen zu können. Gern nehme ich darum an einem Ihrer nächsten Seminare teil. Der Zeitpunkt meines Fernstudiumbeginns liegt für mich noch nicht ganz fest, aber wahrscheinlich wird es der November, da dieser bei uns meist ruhiger ist. Ich melde mich zu gegebener Zeit bei Ihnen.
Herzliche Grüße von Caissa Engelke, Stuttgart